WALDKIRCH Schwarzenburg
Weitaus weniger bekannt als die Kastelburg und entsprechend geringer besucht liegt bei Waldkirch die Schwarzenburg. Sie gilt als die unbekannte Schwester der Kastelburg und ist von unten kaum sichtbar. Dennoch lohnt sich ein Besuch. Nicht zuletzt bietet die Ruine auf dem Schwarzenberg, einem Ausläufer des Kandels, einen herrlichen Blick auf die Stadt sowie ins Rheintal.
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Erreichbar ist die Schwarzenburg, wenn man über den Schwarzenbergweg bzw. die erste Etappe des Zweitälersteigs auf den Kandel wandert. An der Schwarzenberghütte gibt es einen kleinen Abstecher zur Ruine. Die Burg wurde um das Jahr 1120 erbaut und war bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts bewohnt. Die Höhenburg in rund 650 Meteer Höhe wurde vermutlich als Flucht- und Schutzburg angelegt, möglicherweise auch aus machtpolitischen Erwägungen der Schwarzenberger heraus, mit dieser bis weit in das Rheintal hinein sichtbaren Burg ihre Stellung als freies, nur dem Kaiser untergeordnetes Adelsgeschlecht zu demonstrieren.
Neben der heute üblichen Namen Schwarzenburg wird auch die Bezeichnung "Burg Schwarzenberg" benutzt in Anlehnung an das Adelsgeschlecht der Schwarzenberger und dem Berg Schwarzenberg, auf dem sich das Burgareal befindet. Zur Burg führt von Waldkirch aus das Wegelbachtal oder der Schwarzenbergweg.
Die Schwarzenburg geriet erst wieder im 20. Jahrhundert in den Mittelpunkt des Interesses. Seit 1975 wird die Burganlage erforscht; aber erst seit 1980 ist sie wieder begehbar. Vermutlich bauten die Herren von Schwarzenberg, im Mittelalter, Schutzvögte des Klosters in Waldkirch, die Anlage ab dem 11. Jahrhundert als eine Flucht- und Schutzburg sowie zur Machtdemonstration gegnüber den mächtigen Zähringern im Breisgau. Die Schwarzenberger hatten schon vorher ihre Position in der Stadt Waldkirch und dem Elztal gefestigt und hatten als eingesetzte Vögte des St. Margarethen-Klosters Einfluss im nördlichen Breisgau.
Das Video oben unternimmt einen Ausflug zur Schwarzenburg bei Waldkirch. Bild antippen und genießen!
Rund um den Kandel, insbesondere im Suggental und im Glottertal, befanden sich Silberstollen und der Bergbau erlebte in der Region seine Blütezeit. Die Burg diente vermutlich neben seiner Wohn- und Wehrfunktion zudem als Aufsicht über die umliegenden Stollen und zur Verwaltung dieser. Im Gegensatz zu Waldkirch und der später erbauten Kastelburg war die Burg Schwarzenberg kein österreichisches Lehen, sondern war Eigentum der Herren von Schwarzenberg bis zu ihrem Ende.
In der Mitte des 15. Jahrhunderts starb das Geschlecht der Schwarzenberger aus. In der Folgezeit wechselten mehrmals die Besitzer. Schließlich ließ man die Anlage verfallen und nutzte sie als Steinbruch. Schon Ende des 16. Jahrhunderts hatte sie den Zustand, den man heute noch sehen kann. Von der Burganlage sind Reste des Schalenturms, der Burgkapelle, des Palas sowie der Wirtschaftsgebäude erhalten, wohingegen der Bergfried komplett abgegangen ist.
Herren von Schwarzenberg
Erbaut zwischen 1112 und 1139 durch den edlen und freien Mann Konrad von Waltchilicha" Bis 1112 wird er "edler und freier Mann von Waltchilicha" genannt. Kurze Zeit nach dem 27.12.1112 heißt er Konrad Vogt (advocatus) von Waltchilicha und nach 1122 erscheit ere als Konrad von Suarcinberc und um 1152 als Konrad von Suarcinberg (Schwarzenberg) Vogt der Kirche zu Waldkirch. Nach der Mitte des 13. Jahrhunderts bauten die Schwarzenberger für sich in Stadtnähe die Kastelburg. Im 16. Jahrhundert wurde die Schwarzenburg verlassen und dem Verfall preisgegeben. Es handelte sich damals um eine der großen Burganlagen des Breisgaus, von der heute nur noch unbedeutende Reste zu sehen sind.
Chronik
Um 1120 erbaut von den Schirmvögten des Frauenklosters St. Margarethen unter Conrad von Waldkilcha, der sich nach 1120 Konrad von Suarzinberg nannte.
1213 - Mit Konrad stirbt der männliche Stamm der Waldkircher Conradiner aus. Übergang der Güter auf dessen Schwester Adelheit, Ehefrau des Wlater von Eschenbach auf Schnabelburg.
1270 - Johann, ein Nachkomme der Adelheit, kam mit seinen Nefffen aus der Schweiz, übernahm die Herrschaft und nannte sich fortan Johann I. von Schwarzenberg.
1300 - Johann und Wilhelm von Schwarzenberg verleihen Waldkirch das Stadtrecht.
1315 - Teilung der Herrschaft von Kastelberg und Schwarzenberg.
1347 - Mit Burgherr Ulrich II. von Schwarzenberg stirbt die Schwarzenberger Linie aus. Nachfolger wird Johann III. von der Kastelberger Linie, Wiedervereinigung beider Linien.
1459 - Hans Werner von Schwarzenberg stirbt. Übergang der Güter und des Vogteiamtes an den Tochtermann Heinrich von rechberg zu Hohenrechberg.
1503 - Heinrich von Rechberg stirbt und sein Sohn Martin tritt die Nachfolge an.
1540 - Martin von Rechberg stirbt und sein Sohn Hans Ludwig tritt die Nachfolge an.
1542 - Hans Ludwig von Rechberg stirmbt, die Güter werden an Sebastian von Ehingen verkauft.
1559 - Sebastian von Ehingen wird während der Hochzeitsfeierlichkeiten seiner Tochter von seinem Sohn erdolcht.
1560 - Hans Raphael von Reischach wird die Herrschaft Schwarzenberg zu Lehen übertragen.
1567 - Übernahme der verschuldeten Herrschaft Schwarzenberg durch Erzherzog Ferdinand von Tirol.
1578 - Erzherzog Ferdinand ordnete die Abtragung der baufälligen Burg an, was jedoch nicht geschah.
1583 - Besichtigung durch die vorderösterreichische Regierung zu Ensisheim. Befund: "Stark verfallen". Seit dieser Zeit Ruine.
1975 - Planmäßige Erforschung und Restaurierung der Burganlage.
Seit 1980 wieder öffentlich zugänglich.
Schwarzenberg-Tour
Vom Bahnhof führt die Rundtour über den Waldkircher Marktplatz mit seinen zahlreichen Einkehrmöglichkeiten. Vorbei am Schwarzwaldzoo und dem Baumkronenweg. Unmerklich führt der Weg hinter der Schwarzenberghütte noch ein wenig höher auf den Bergrücken in Richtung zum Glottertal. Der Luser bildet hier den höchsten Zipfel des Suggentales, das man in der nächsten Stunde umrundet. Das ehemals reiche Bergbautal zur Rechten, das sonnige Glottertal zur Linken, führt der Weg über den waldigen Bergrücken stetig abwärts. Über die im Suggental verstreut liegenden Höfe, geht der Blick in die Weite der Rheinebene. Am Wissereck stoßen die Rebgärten des Glottertales bis zur Kammhöhe vor. Nach einer kleinen Pause steigst man nach Suggenbad hinab. Steil ist der Pfad, abschüssig. Von hier führt das „Herrenwegle“ in munter beschwingendem Auf und Ab nach Waldkirch zurück.
Wandertipps
Distanz: 17 km
Dauer: 5:30 Stunden
Kondition: gut
Aufstieg: 534 m
Abstieg: 532 m
Höchster Punkt: 670 hm
Tiefster Punkt: 245 hm
Empfehlung: festes Schuhwerk, Getränke und Vesper
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