Efringen-Kirchen Kleinkems

Ortsteil Kleinkems bei Efringen-Kirchen

Im Jahre 1086 wurde Kleinkems erstmals unter dem Namen “Kambiz” urkundlich erwähnt, als Schenkung und Stiftung des Ritters Hesso von Üsenberg für das Kloster St. Gorgen/Schwarzwald. 1103 übertrug Bischof Burkart von Basel den Schutz der im Breisgau gelegenen Besitzungen dem Freien Herrn Dietrich v. Rötteln. Dazu gehörten auch Güter und Rechte in Kleinkems, das in der Folge zur Herrschaft Rötteln zählte.

1350 baute das Kloster St. Blasien einen Dinghof. Kirche und Zehnten gingen 1536 durch Tausch vom Kloster St. Georgen zum Kloster St. Blasien über. Zu den Grund- und Zehntherren des Dorfes zählte auch die Deutschordenskommende in Basel. Hungersnöte, Seuchen und Kriegswirren legten dem Dorf immer wieder schwere Opfer auf. Durch seine exponierte Lage am Rhein mußte es in vielen Kriegen unter Plünderungen, Einquartierungen und Zerstörungen leiden. Auch im Zweiten Weltkrieg verursachte feindlicher Beschuß schwere Gebäudeschäden.

Das älteste Kirchenbuch aus Kleinkems stammt aus dem Jahre 1582. In der Kleinkemser Kirche befinden sich einige Rotbergische Familiengrabmäler. Die “Neuenburg” ist erstmals 1293 als Besitz des Bischof von Straßburg erwähnt.

Möglicherweise fiel sie im Zusammenhang mit den Aktivitäten der Basler 1409 gegen Istein der Zerstörung zum Opfer. Ihre Reste trug man im Zuge des Kalksteinabbaues 1956 ab.

Eine 1939 oberhalb der Bahnlinie im Gewann Kachelfluh entdeckte Höhle wurde als jungsteinzeitliches Bergwerk mit vorher in Europa unbekannten Abbautechniken identifiziet. Die Menschen gewannen hier vor über 5.500 Jahren den zur Anfertigung von Werkzeugen begehrten Jaspis. Gräber, die nach Stillegung des Jaspisbergwerks im Abraum angelegt wurden, gehören der Cartaillod-Kultur an. Weitere auf Kleinkemser Gemarkung entdeckte Gräber belegen eine Besiedlung zur Hügelgräberbronzezeit (ca. 1.800 v. Chr.).

Archäologische Funde sprechen auch für eine Siedlungstätigkeit zur Eisenzeit, sowohl der Hallstattkultur (ca. 800-500 v.Chr.), als auch der Latènekultur (Kelten, ca. 500-Mitte 1. Jahrhundert n.Chr.). Die Römer hatten zwischen Kembs und Kleinkems eine Brückenverbindung über den damals noch ungebändigten Rheinstrom. Der “Peutingerkarte”, einer ursprünglich römischen Straßenkarte, entnehmen wir, daß “Cambete”, das heutige Kembs in Frankreich, zur Römerzeit ein wichtiger Straßenknotenpunkt war. In jüngerer Zeit – bis 1918 – beförderte eine Kahnfähre den Verkehr zwischen beiden Ufern. 1797.


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