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Schluchtensteig

Durch wilde Schluchten und über die Berge

Wutachschlucht, Lotenbachklamm, Schleifenbachfälle, Haslachschlucht, Windbergwasserfall, Hohwehraschlucht und Wehratalschlucht sind Ziele für all jene, die es ans Wasser zieht, die gerne durch unergründliche Tobel steigen, dramatische Tallandschaften lieben, tosende Wasserfälle bestaunen wollen und sich für eine Woche aus dem Alltag ausklinken möchten.

Auf 118 km verläuft der Schluchtensteig von Stühlingen durch die Wutachschlucht nach Lenzkirch zum Schluchsee, passiert den Dom zu St. Blasien, überquert die sanften Hochflächen von Dachsberg und Ibach und windet sich von Todtmoos durch das dramatische Wehratal dem Ziel in Wehr entgegen.

Beste Wanderzeit
Der Schluchtensteig ist ein idealer Weg, um sommerlicher Hitze zu entfliehen. Die Schluchtpartien sind angenehm kühl und schattig, immer wieder bieten sich mit klarem, sauberem Wasser gefühlte Gumpen zum Baden oder zumindest zum Füße kühlen an. Auf den Hochflächen mit den herrlichen Panorama-Ausblicken weht meist ein angenehmer Wind, wenn andernorts die Hitze steht. Der Schluchtensteig ist begehbar von Anfang Mai bis Ende November. Mit dem ersten Schnee ist seine Begehung besonders in den steilen, abschnittsweise alpin anmutenden Schluchtabschnitten nicht mehr empfehlenswert.

In sechs Etappen durch Schluchten und über Höhen

  • 1. Etappe - Stühlingen - Blumberg, 19 km (bis Wutachmühle 26 km) Der Schluchtensteig beginnt in Stühlingen, unweit der Schweizer Grenze, zu Füßen von Schloss Hohenlupfen, dem Wahrzeichen der Stadt an den Ufern der Wutach. Zeit für einen Blick ins Städtle oben am Bergfuß, dessen Altstadt nach habsburgischem Vorbild erbaut wurde, sollte schon sein, ehe es dann der Wutach folgend talaufwärts bis nach Weizen geht. Hier ist der Talbahnhof der berühmten "Sauschwänzlebahn". Über vier Viadukte und durch sechs Tunnels, einer davon der zweitgrößte Kehrtunnel Europas, windet sich die einst als strategische Bahnlinie errichtete heutige Museumsbahn auf 25 Kilometern ins 231 Meter höher gelegene Blumberg hinauf. Ein Stück geht es bis Grimmelshofen an der Bahnlinie entlang und dann hinein in die Wutachschlucht.
  • Als schmaler, stellenweise durchaus ausgesetzter Pfad, schlängelt sich der Schluchtensteig durch fast senkrechte Felsflanken und zieht, sich immer mal wieder um Felsnasen knickend, langsam bergauf. Gut, dass der Weg im Wald verläuft. So kann man sich auf seine Füße konzentrieren, bis der Aussichtspunkt Wutachflühen erreicht ist. Ein kurzer Tiefblick, durchschnaufen und auf geht's in Richtung Buchberg. Wuchtig ragt der "südliche Torturm" der Blumberger Pforte über dem 350 Meter tiefer liegenden Schluchtgrund auf. Das kostet noch einmal ordentlich Puste auf dem Schlussanstieg zur Gipfelhütte. Oben öffnet sich ein herrliches Panorama auf die zurück liegenden Flühen und die Etappen der nächsten beiden Wandertage in der Wutachschlucht.
  • 2. Etappe - Blumberg - Schattenmühle, 20 km (Bonndorf/Löffingen) Treppen und kleine Leitern führen von Blumberg durch die kleine Schlucht des Schleifenbachs mit seinem Wasserfall zurück zur Wutach. Wo heute der kleine Bach ins Tal springt strömte einst die Feldberg-Donau vom eiszeitlichen Seebachgletscher als einer der Hauptquellflüsse der Donau entgegen. Die Ur-Wutach hatte ihr Quellgebiet weiter südlich, zapfte aber im Verlauf der Erdgeschichte durch Erosion allmählich das Stromgebiet der Donau an und lenkte schließlich deren Wasser in Richtung Rhein um. In Achdorf ist die Wutach wieder erreicht. Für ein kurzes Stück ist das Tal eher lieblich denn schluchtartig. Wer Zeit und Glück hat kann Biber bei ihrer Arbeit beobachten, oder sie zumindest hören. Hinter dem Sägewerk Wutachmühle ändert sich die Landschaft abrupt. Das Tal schnürt sich zusammen, eng rücken steile Wald- und Felsflanken aneinander. An manchen Stellen bleibt für den Wanderweg nur noch ein schmaler Sims zwischen senkrechter Felswand und reißendem Fluss. Der Wutachaustritt wird passiert, wo das knapp drei Kilometer flussaufwärts versickernde Wasser eindrucksvoll aus dem Berg sprudelt - so nimmt man zumindest an, denn der Beweis steht auch heute noch aus. Felsengalerien bauen sich über Urwäldern auf, weit oben blitzt die Sonne durch das dichte Blätterdach. Eine eindrucksvolle Landschaft als Begleiter am Weg zur Schattenmühle (Bushaltestelle). Mit dem Linienbus geht es dann, je nach Quartierwahl nach Bonndorf oder Löffingen.
  • 3. Etappe - Schattenmühle - Schluchsee Oberfischbach, 18 km (bis Lenzkirch 13 km) Schmale Pfade, atemberaubende Felskanzeln mit den Resten kühner Burgen, die allgegenwärtig rauschende Wutach und zwei lohnende Abstecher lassen auch diesen Abschnitt zu einem tagesfüllenden Erlebnis werden. Gleich am Beginn lohnt ein Abstecher in die nahe Lotenbachklamm. Nur wenige Meter sind es von der Schattenmühle bis zum Klammeingang. Ein paar Schritte später rauscht schon der erste Wasserfall durch die eng beieinander stehenden Felsen. Wurzelstufen und Leitern führen höher und bieten nach jeder Biegung eine neue Wasserfallstufe. Direkt an der Schattenmühle zieht der Schluchtensteig steil den Waldhang empor, führt dann ein ganzes Stück angenehm horizontal über dem Talgrund entlang und steigt kaum merklich zum nördlichen Talrand auf die Baar hoch. Kurzes Durchschnaufen inmitten wogender Kornfelder und Wiesen, ehe es wieder zurück zur Schlucht geht. Die wird mit einem Paukenschlag erreicht. Kaum ist das Rauschen wieder zu hören, stehen die wenigen Reste des Räuberschlössle auf einem 80 Meter hohen Felsen direkt über einem der wildesten und eindrucksvollsten Schluchtabschnitte. Es gibt keinen besseren Rastplatz! Unter der nahen Ruine Stallegg donnert die Wutach mit ohrenbetäubendem Getöse über die Staustufe des Flusskraftwerks Stallegg, dem ältesten seiner Art in Baden, das von 1889 bis 1979 das fürstliche Schloss und die Brauerei Fürstenberg mit Strom versorgte. Ein Steg führt über den mit viel Schwung einmündenden Rötenbach. Ein schmaler Bergpfad zieht ins Tal und macht neugierig - bis zum großen Wasserfall kann man schon einen Blick riskieren. Dann geht es weiter der Wutach folgend flussaufwärts. Lange Geröllreißen ziehen vom Hörnle bis in den Fluss, über Stock und Stein wird die Haslachmündung erreicht. Ein hoher Steg führt ein letztes Mal über die Wutach, dann wendet sich der Weg der Haslachklamm zu, klettert über den imposanten Rechenfelsen zum Hölllochfelsen und erreicht auf der Trasse der einstigen Haslachtalbahn bald darauf Lenzkirch. Durch das romantisch-stille Schwendetal ist es vom traditionsreichen Luftkurort nicht mehr weit ins Ziel nach Oberfischbach.
  • 4. Etappe - Schluchsee Oberfischbach - St. Blasien, 20 km Vom bezaubernden Bergdörfchen Oberfischbach führt eine (fast) schluchtenfreie Etappe nach St. Blasien. An diesem Tag bestimmen liebliche Täler und bewaldete Höhenzüge das Bild. Auf Erlebnisse muss trotzdem nicht verzichtet werden. Vom hoch aus den Tannen- und Fichtenwäldern ragenden Bildstein (1.134m), dem höchsten Wegabschnitt am Schluchtensteig, schweift ein weiter Blick vom Feldberg über den tiefblauen Schluchsee hinweg bis zu den Alpen. Im Zickzack geht es hinunter an den größten Schwarzwaldsee. Glück für alle, die jetzt Badezeug dabei haben! Dann taucht der Schluchtensteig wieder in dichte Wälder ein. Es duftet würzig nach frischem Harz, Tannenhäher sitzen laut schimpfend in den Bäumen, Königskerzen und Lupinen leuchten violett und blau um die Wette. Farne, Moose und Heidelbeersträucher säumen den Weg nach Muchenland. Ein paar uralte Schwarzwaldhöfe stehen zwischen Oberem und Unterem Habsberg, die Dächer weit herunter gezogen, um dem hier erbarmungslosen Winter zu trotzen. Das gleiche verträumte Bild bietet sich im Nachbarweiler Althütte, ehe es immer merklicher bergab geht. Bald schon dringt ein vertrautes Geräusch an die Ohren. Wasser rauscht über eine Felsstufe, fächert auf wie ein Schleier und sucht sich mit viel Getöse durch eine steile Talkerbe seinen Weg nach St. Blasien hinab. Kurz vor Etappenende kommt am Windberg-Wasserfall also doch noch der Schluchtenliebhaber auf seine Kosten. Dann klappt der Mund auf. Riesig, völlig überdimensioniert steht der Dom St. Blasius inmitten der Wälder und Berge. Die gewaltige Kuppel gehört mit ihren 62 Metern Höhe und einer Spannweite von 36 Metern zu den größten Kirchenkuppeln Europas. Der Wandertag durch stille Wälder endet grandios inmitten der herrlichen Parkanlagen zwischen dem Ufer der Alb und dem Dom.
  • 5. Etappe - St. Blasien - Todtmoos, 19 km Vom heilklimatischen Kneipp-Kurort St. Blasien im tiefen Tal der Alb will der hölzerne Aussichtsturm am 1.039 Meter hohen Lehenkopf erst einmal erreicht sein. Gut, dass am Lusthausfelsen noch einmal eine Gelegenheit zum Verschnaufen und Schauen im Wegverlauf eingebaut ist. Weiche Waldpfade leiten vom Turm hinüber zu den ersten Weidfeldern von Urberg und Dachsberg. Einzelne Höfe stehen am Weg über Rüttewies und Horbach zum idyllischen Klosterweiher. Ein kurzer Anstieg leitet den Weg hinauf auf die Hochfläche und hinüber nach Ibach, das ebenso verstreut wie verträumt in der weiten Landschaft liegt. 427 Menschen leben in dem in der Eiszeit vom Feldberggletscher geformten Hochtal und man möchte es ihnen am liebsten gleichtun. Der schönste Blick über den Ort mit seinen Walmdachhöfen und dem nach Süden streichenden Hotzenwald bis auf die Alpen bietet sich von der kreuzgeschmückten Hügelkuppe über Ibach. Eine Panoramatafel erläutert die einzelnen Alpengipfel. Grasende Kühe stehen im wogenden Grasland am Weg zum Ibacher Kreuz. Wieder ändert sich das Landschaftsbild. Steil zickzackt der Schluchtensteig in die Hohwehraschlucht hinab. Was sich so dramatisch anhört, entpuppt sich als romantische kleine Waldschlucht, die kaum Platz für Weg und Wehra lässt. Diese hüpft hier, kaum entsprungen, schon putzmunter über kleine Kaskaden und Absätze Todtmoos entgegen, das sich im Schutz seiner barocken Wallfahrtskirche ins Tal schmiegt.
  • 6. Etappe - Todtmoos - Wehr, 22 km Schlussakkord! Zuerst rechts der Wehra zieht sich der Schluchtensteig auf seiner sechsten Etappe über dem anfangs noch zahmen Tal nach Süden. Der idyllische Todtmooser Ortsteil Schwarzenbach wird passiert, ehe der Wanderweg bei Au in den Talgrund zurückkehrt. Nachdem die Flussseite gewechselt wurde, rücken die Talflanken dichter zusammen und werden steiler und felsiger. Noch einmal läuft die Landschaft zur Höchstform auf, scheint nicht wahrhaben zu wollen, dass das Ziel nahe ist. Bis zu 200 Meter hoch bauen sich die felsigen Bannwaldhänge über dem in der Tiefe schäumenden Fluss auf. Wieder wird die Seite gewechselt, um nun wieder rechts der Wehratalschlucht Wehr anzusteuern. Immer wieder bieten sich Tiefblicke oder Aussichten auf die östliche Talseite. Wer Glück und ein Fernglas dabei hat kann vielleicht die Gämsen beim Spielen beobachten und sich fragen, wie sie nur so behände durch die steilen Felswände von Kaiser- und Jägerfels springen können. Allmählich verliert der Weg an Höhe, bis die Staumauer des Wehra-Stausees überquert wird. Dann folgt lockeres Auslaufen am Fluss entlang zum Rathausplatz mit dem Alten und Neuen Schloss der Herren von Schönau, dem Zentrum der Weber- und Textilstadt Wehr.

Anreise

Der Schluchtensteig lässt sich problemlos - auch in einzelnen Etappen - mit öffentlichen Verkehrsmitteln erwandern. Der östliche Abschnitt ist von "Sauschwänzlebahn" (Mai bis Oktober), Ringzug-Strecke und Donautalbahn erschlossen. Zum nördlichen Teil gelangt man mit Höllentalbahn und Dreiseenbahn. In die Orte abseits der Bahnlinien fahren die Busse der Südbaden-Busgesellschaft. Der Wutachschlucht-Wanderbus fährt von Ende April bis Ende Oktober an allen Samstagen, Sonn- und Feiertagen. Schwarzwaldurlauber mit KONUS-Gästekarte haben freie Fahrt in Bus und Bahn.

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